Ballverliebt
Groundhopping
Zu meiner Person
>>groundhopping<<

Bezeichnet die Absicht eines Menschen, möglichst viele Fussballstadien zu besuchen.

"Der Puls steigt. Von weitem ist das Stadion schon zu sehen.
Stolz hebt es sich am Horizont empor. Noch ist es von Bäumen und Häusern leicht verdeckt, aber die riesigen Flutlichtmasten, die das Stadtbild prägen, weisen den Weg. Immer dem grellen Licht nach. Und den Menschenmassen, die mit Trikots und Tröten bewaffnet keinen Zweifel offen lassen, dass sie dasselbe Ziel haben. Endlich da ! Prachtvoll, und doch etwas bedrohlich, präsentiert er sich, dieser Tempel der Neuzeit. Wie Ameisen wuseln all die Leute hin und her. In ihren Gesichtern spiegelt sich Freude und Anspannung wieder. Sie beachten den Fremden nicht, der staunend da umhersteht und der nun in ihr Land gekommen ist, um dieses eine Fussballspiel zu sehen. Und natürlich das Stadion!
Ganz ruhig bleiben. Augen zu, die Atmosphäre langsam aufsaugen. Ein Groundhopper lebt für diese Momente.
Er sammelt sie. Und er sammelt Stadien."

Quelle: Träber,Terence: Groundhopping-wenn Stadionsammeln zur Sucht wird.


Begriffserklärung

Der Begriff Groundhopping setzt sich aus den beiden Wörtern Ground und Hopping zusammen und erlangte erstmals Ende der achtziger Jahre unter Fußballfans einen gewissen Bekanntheitsgrad. Trotzdem finden Groundhopping und/oder Groundhopper bislang in keinem Duden oder Wörterbuch Erwähnung.

Ground bedeutet wörtlich aus dem Englischen übersetzt: Grund, Boden, Erde oder Gebiet. Umgangssprachlich wird dieser Ausdruck im vereinigten Königreich aber eben auch für die Spielstätte eines Fußballvereins benutzt. Der Begriff hat sich mittlerweile auch im deutschsprachigen Gebiet als Synonym für Stadion eingebürgert.

Wer also beispielsweise ein Spiel der 1. Mannschaft des SK Rapid Wien gesehen hat, hat den Ground "Hanappi-Stadion" besucht bzw. '"gemacht" oder "gekreuzt".

Hoppen oder to hop heißt übersetzt hüpfen oder springen. Beide Begriffe zusammengesetzt ergeben also wörtlich als deutsche Übersetzung "Stadionhüpfer". Dieser Ausdruck findet aber in der Groundhopper-Szene keinerlei Verwendung.

Ein Groundhopper "hüpft" nun also bildhaft ausgedrückt von Stadion zu Stadion mit dem Ziel, durch diese Spielbesuche sein Konto an Ground- und Länderpunkten zu erhöhen.

Es geht beim Groundhopping also ganz vereinfacht gesagt um das Sammeln von Fußballstadien.

Geschichte

Groundhopping wie wir es heute kennen, ist wohl in den 70ern in England entstanden. Ab Ende der Achtziger Jahre begannen aber auch immer mehr Fußballfans in Deutschland, sich für das Groundhoppen zu interessieren. Für viele war auch die wunderbare WM 1990 in Italien der Auslöser, sich vermehrt Spiele im Ausland anzuschauen. Einen großen Schub erhielt die Bewegung dann durch die Bildung von Organisationen. Diese dienten dem Austausch von Infos und der Organisation von gemeinsamen Fahrten.

Mitte der 70er Jahre wurde in England der "Club 92" geboren. Die Krawatte dieses Clubs erhält, wer sämtliche Stadien der 4 englischen Profi-Ligen ("League") besucht hat (momentan sind das allerdings nur 91 Stadien). "Club 92"-Mitglied Ken Ferris schaffte in der Saison 1994/95 alle 92 Grounds in 237 Tagen und erhielt so gar einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde.

Als Pendant dazu formierte sich auf der Insel auch noch der "Club 38". Dessen Mitglieder haben alle 38 Schottischen League-Grounds "gemacht".

In Deutschland gibt es seit 1993 die Vereinigung der Groundhopper Deutschlands (V.d.G.D.). Diese Vereinigung zählt nach eigenen Aussagen gegenwärtig ca. 75 Mitglieder. Die wichtigste Voraussetzung für eine Mitgliedschaft bei der V.d.G.D. sind mindestens 300 Grounds und 30 Länderpunkte, die der Bewerber verzeichnen muss. Über die tatsächliche Aufnahme wird dann unter den Mitgliedern abgestimmt und die Aufnahme erfolgt bei einem Spiel im Ausland

Quellen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Groundhopping
Abenteuer Groundhopping. Wenn Fussballfans Stadien sammeln" von Jörg Heinisch, ISBN 389784172X